"Wir empfehlen außerdem, die Länder zur Ausarbeitung
spezieller Nachhaltigkeitsstrategien zu ermutigen,
die sich mit regionalen, in ihren
Zuständigkeits- und Kompetenzbereich fallenden
Nachhaltigkeitsproblemen befassen."

Peer Review der deutschen Nachhaltigkeitspolitik,
Rat für Nachhaltige Entwicklung, September 2009, S. 78.

Brandenburg – Modellregion für Nachhaltige Entwicklung?
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Brandenburg ist Nachzügler, was die Entwicklung einer Landesnachhaltigkeits- strategie angeht. Andere Länder wie Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg oder Thüringen haben sich dieses Themas früher und intensiver angenommen. Die Notwendigkeit einer Nachhaltigkeitsstrategie für Brandenburg ist angesichts der Nachhaltigkeitsprobleme des Landes gravierend: De-Industrialisierung und Dominanz der Braunkohle in der Energieproduktion, Sicherung der Infrastruktur angesichts des demografischer Wandels und der Entleerung der ländlichen Räume, Notwendigkeit der gemeinsamen Politik der Metropolenregion Berlin-Brandenburg. Dem stehen positive Entwicklungen und kreative Potentiale im Lande gegenüber: Ausbau erneuerbarer Energien, ein eigenes Profil durch die Verbindung von ländlicher Entwicklung, Naturschutz und Tourismus und eine Stärkung wirtschaftlicher Innovationskraft nicht zuletzt durch die Verbindung mit der Metropole Berlin. Doch es bedarf einer eigenen politischen Strategie, diese Potentiale auch zu nutzen, um sich dem Ziel einer Modellregion für Nachhaltige Entwicklung zu nähern.

Der Beirat für Nachhaltige Entwicklung Brandenburg, dem ich seit 2008 angehöre, hat in seiner Arbeit in der vergangenen Wahlperiode die Handlungsfelder einer Nachhaltigkeitsstrategie beleuchtet, Empfehlungen für die Erstellung einer Strategie ausgesprochen und Vorschläge für die politischen Strukturen und Verfahren gemacht. Zum Abschluss der letzten Berufungsperiode wurde durch den Beirat ein Bericht erarbeitet, der u. a. Grundzüge einer Nachhaltigkeitsstrategie und entsprechende Handlungsempfehlungen für die Landesregierung enthält. Dieser Bericht stellt den Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung dar.

Auch die neue Landesregierung will sich des Themas annehmen. Der Landtag hat beschlossen, dass sie im Herbst 2010 Eckpunkte für eine solche Strategie vorlegen soll. Das federführende Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hat einen neuen Beirat berufen, der Vorschläge für diese Eckpunkte erarbeiten soll, die in die Entscheidung der Landesregierung einfließen werden. In einem Vortrag bei der Landeszentrale für Politische Bildung habe ich die Notwendigkeit einer solchen Strategie, den Stand der Überlegungen und ihre wesentlichen Elemente beschrieben.